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Die Wahl der richtigen Schutzkappe!

Schutzkappen sollen dazu dienen, die Korrosion  an Verschraubungen zu verhindern oder diese schädlichen Vorgänge zu verlangsamen. Da eine Vielzahl von verschiedenen Produkten auf dem Markt erhältlich sind, ist die Auswahl einer geeigneten Schutzkappe von entscheidender Bedeutung.

Schutzkappe ist nicht gleich Schutzkappe.
Dieses mag auf einen flüchtigen Blick so erscheinen, jedoch können sich diese Schutzsysteme stark unterscheiden. Das Innenleben und die konstruktive Beschaffenheit einer Kappe spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Die Wahl einer falschen Schutzkappe wirkt den Korrosionsvorgängen nicht nur wenig entgegen, sondern kann diese im schlimmsten Fall sogar extrem beschleunigen.

Fachleute unterscheiden die Korrosion in verschiedene Korrosionsarten. Eine besonders aggressive Korrosionsart ist die so genannte Spaltkorrosion.
Diese tritt in Bereichen auf, bei der zwei Flächen eng aneinander liegen und sich dort Feuchtigkeit sammeln kann. Der durch die zwei Flächen gebildete Spalt besitzt ein sehr geringes Volumen und selbst durch geringste Korrosionsprozesse wird in einem solchen Spalt der Vorgang der Spaltkorrosion ausgelöst. Es bildet sich sehr schnell ein saures und sauerstoffarmes Medium im Spalt, welches ein Vielfaches aggressiver ist als die Vorgänge einer Flächenkorrosion. Im Vergleich zu anderen Korrosionsarten wird die Spaltkorrosion auch schon bei tieferen Temperaturen und weniger saurem Medium ausgelöst.

Im folgenden Beispiel möchten wir verdeutlichen, welche Auswirkungen die Wahl einer ungünstigen Schutzkappe hat, bei der dieser Effekt der Spaltkorrosion nicht berücksichtigt wurde.

Wie in der Darstellung zu erkennen ist, liegt bei dieser Art der Schutzkappe an jeder Fläche der Mutter die Kappe selbst an. Somit wird über den gesamten Bereich der Mutter ein hervorragendes Milieu für Spaltkorrosion erzeugt. Durch die im Spalt ablaufenden Prozesse und deren Wechselwirkung zum spaltfreien Außenbereich wird der pH-Wert innerhalb des Spalts abgesenkt. Zusätzlich entsteht im Spalt eine Sauerstoffverarmung, welche die Ausbildung einer schützenden Oxidschicht verhindert. Der damit verbundene Konzentrationsunterschied zwischen Spalt- und Außenbereich führt zu einer elektrochemischen Korrosion des Spalts. Dieser Vorgang bedeutet eine wesentliche Beschleunigung des Korrosionsangriffs. Die Spaltbreite und -tiefe, sowie deren Verhältnis zueinander spielt eine zusätzliche Rolle. Je enger oder tiefer ein Spalt ist, desto aggressiver ist der Vorgang der Spaltkorrosion. Ein typisches Kennzeichen ist der flächige, wie geätzt wirkende Werkstoffabtrag im Spaltbereich, welcher oft erst nach Öffnung erkennbar ist, obwohl der Korrosionsvorgang sich schon in einem weit fortgeschritten Stadium befindet. Der Einsatz einer solchen Schutzkappe bewirkt also das genaue Gegenteil einer Korrosionsvermeidung. Mutter und Gewindebolzen werden sogar noch schneller angegriffen als ohne den Einsatz dieses Schutzsystems. Die Vermeidung solcher korrosionsfördernden Spalten sollte also bei der Wahl einer geeigneten Schutzkappe unbedingt beachtet werden. Ein außer Acht lassen dieses wichtigen Faktors kann zu erheblichen Schäden an den zu schützenden metallischen Werkstoffen führen. Nach DIN EN 12502-4 Korrosionsschutz metallischer Werkstoffe ( Einflussfaktoren für nicht rostende Stähle ) sollte ein Spalt mindesten 0,5 mm groß sein. Je Tiefer der Spalt ist muss seine Breite mit 1mm oder mehr angepasst werden.

RADOLID Schraubenschutzkappen haben immer einen runden Innenquerschnitt und erzeugen damit bei einer Sechskant-Verschraubung keinen Spalt.

 
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